Oder macht es vielleicht Sinn, Sbf Binnen und Sbf See gleichzeitig zu machen?
Was haltet Ihr von Online-Kursen?
Die Frage ist: für wen? Denn jeder lernt anders: Für einige reicht die Liste der Theoriefragen, immer wieder durchlesen, fertig. Manche lernen mit Karteikarten: Was man selbst geschrieben hat bleibt hängen, allerdings ist die Erstellung arbeitsintensiv. Manche lernen mit vorgedruckten Karteikarten, manche wollen unsere kostengünstige Lösung zum Selberausdrucken, perfekt fürs Lernen beim Arzt, in der Bahn, im Flugzeug, im Urlaub. Manche lernen die Fragen mit einem Hörbuch. Manche lesen das Lehrbuch von vorne nach hinten durch und wieder zurück, manche füllen Fragebögen immer und immer wieder aus. Manche lesen Scripte dreimal durch und dann gehts ab zur Prüfung. Manche starren auf kleine Smartphones. Und manche lernen am Rechner, sei es daß der Stoff von einer CD kommt, daß man den Stoff selbst in ein Vokabellernprogramm eintippt, sei es mit einem Online-Kurs direkt aus dem Internet - alles ok, jeder so wie's am besten geht.
Aber all diese Methoden, Fragen und Antworten zu lernen, dienen lediglich dazu, den Stoff am Prüfungstag so widergeben zu können, daß es für den Schein reicht. Wer das will: prima. Uns reicht das nicht. Denn diese Lernmethoden allein haben zwei entscheidende Nachteile: Zum einen wird damit nur die Mindestnorm zum Bestehen der Prüfung erfüllt; ein Verständnis für das, was dahinter steht, für die Systematik, entsteht nicht. Und der Stoff ist am Tag nach der Prüfung schon wieder vergessen; auf dem Wasser, also wenn man das Gelernte nun wirklich braucht, sowieso.
Ein Beispiel aus der Praxis: Du planst einen Segeltörn, am Freitag muß das Boot wieder beim Vercharterer sein, Mittwoch zwingt Dich ein Sturm zu einem unplanmäßigen Hafentag, Donnerstag mußt Du also zwei Tagesetappen absolvieren. Das heißt: früh aufstehen, die Crew antreiben, ein langer Törn nach hause, und das bei möglicherweise ruppigen Bedingungen, es geht nicht anders: Du kommst in die Dunkelheit, Du bist müde, längst ist Deine Mannschaft apathisch, alle wollen nur noch eins: in den Hafen. Da kommen Dir ein paar Lichter immer näher - was machen wir denn damit? Wer ist das? Und wer muß ausweichen? Er oder ich? Und wohin? Wie erreiche ich den Entgegenkommer wenn es plötzlich eng wird? Per Funk vielleicht? Oder gebe ich besser Schallsignale? Aber welche? Ist das ne Fähre, ein Fischer, ein Großsegler oder gar ein aufgetauchtes U-Boot? Einer, der auf Grund sitzt oder der als Überholer gilt? Hab ich überhaupt die richtigen Lichter gesetzt oder segle ich gar unter Motorboot-Beleuchtung? Wie war das bloß noch?? Jetzt helfen Dir kein Internet, keine Karteikarten, kein Nachschlagewerk, jetzt hilft nur dauerhaft abgespeichertes Wissen. Mist, im Kurs hätte mir der Kursleiter ein paar Tips gegeben, Faustregeln, Sprüche, Geschichten, die man nicht vergisst.
Ein Beispiel von vielen.
Also: wer einmal begriffen hat, daß es bei diesen Führerscheinen eigentlich weniger um das Bestehen einer Prüfung geht, sondern um das Erlernen ganz elementarer Regeln, deren Verletzung lebensbedrohlich sein kann (und auch immer wieder zu bösen Unfällen führt, siehe die Untersuchungsberichte der BSU), wer wissen will, warum es diese oder jene Regel gibt, wie die Systematik der Ausweichregeln, Lichterführung, Schallsignale ist, der ist in einem Kurs besser aufgehoben, da bleibt notwendiges Wissen einfach deutlich länger hängen als einfaches Auswendiglernen der Prüfungsfragen. Zeigt unsere Erfahrung.
Und es gibt noch einen anderen ganz wichtigen Aspekt: der Kurs als solcher. Manche brauchen den festen Termin, den sprichwörtlichen Tritt. Manche freuen sich auf den Dienstag abend, auf den (hoffentlich) unterhaltsamen Vortrag des Kursleiters ("Ich hab mich echt gekringelt, als der Typ davorne den Radeffekt am 'lebenden Objekt' demonstriert hat - DAS werd ich nie wieder vergessen..."). Manche wollen ihre Fragen loswerden. Und für manche ist das Kennenlernen Gleichgesinnter ebenso wichtig wie der durchgenommene Stoff. Das gemeinsame Lernen, vielleicht sogar mit sympathischen Menschen aufs Wasser ziehen, die man im Kurs kennen gelernt hat, den Wassersport nicht alleine ausüben zu müssen - viele Nachtreffen zeugen nicht nur von erfolgreichen Törns, sondern eben auch den Versuch, zu den Mitfahrern Kontakt halten zu wollen, den nächsten Törn zu planen, zu erfahren, was die anderen in der kommenden Saison so vor haben. Und ja, mittlerweile habe ich auch die ersten Kinder in den Optis, deren Eltern sich im Kurs kennen gelernt haben; auch das soll vorkommen.
Wassersport ist ein kommunikativer Sport, wer mag kann ihn sportlich, wer das nicht mag kann ihn gemütlich betreiben, man kann mal ganz alleine aufs Wasser fahren und dann wieder in gemütlicher Runde. Man fährt mit denen zusammen, die man sympathisch findet, man findet Freunde, manchmal auch dann wenn man gar keine gesucht hat.
Aber DAS geht nicht online.
Und deswegen lautet die kurzgefasste Antwort: Online-Kurs für diejenigen, für die ein herkömmlicher Kurs Zeitverschwendung und der Erhalt des Papierchens der einzige Zweck ist - für alle anderen: macht einen Kurs mit!
Was haltet Ihr von Tagessegelkursen?
Solange man nicht weiter als 30min zu einem ordentlichen Segelrevier anreisen muß. Segeln lernt man nicht auf einem von Bäumen umsäumten Altrheinarm; da kommt der Wind aus allen Richtungen. Man kann dort bestimmt eine Prüfungsleistung erbringen (insbesondere Motorbootfahren), aber segeln ist das nicht.
Das gilt auch für viele Talsperren: Die Segelschulen dort geben sich bestimmt viel viel Mühe, und auch dort gibt es bestandene Prüfungen. Aber nach ein paar 100m umdrehen zu müssen, weil "die Pfütze" zuende ist? Segeln macht keinen Spaß, wenn man überall in den Windschatten von Bäumen, Staumauern und diversen Hügeln gerät.
Und dann die Fahrerei: normalerweise macht mir Autofahren nicht viel aus, aber wenn ich den ganzen Tag draußen auf dem Wasser war, hab ich einen Sauerstoffschock, das ist der normale Mensch ja nicht gewöhnt. Und wenn ich dann noch nach Hause fahren muß bin ich echt platt. Müde gespielt halt. Eigentlich hab ich dann nichts am Steuer zu suchen. Und das jetzt drei Wochenenden lang, Samstags hin, abends zurück, und Sonntags auch noch mal - macht das Spaß??
Ganz ehrlich: Wir wohnen nicht an der Küste, und deswegen wollen wir Dir hier vor Ort Segeln, wie wir es verstehen (erst die Sicherheit, dann der Spaß und dann erst der Schein), nicht beibringen. Wer richtig segeln lernen will, und damit meinen wir deutlich mehr als nur eine Prüfung zu bestehen, der sollte sich nicht nur die Schule genau angucken, sondern auch das Revier: Gardasee, Bodensee, Ost- und Nordsee, da kann man segeln lernen so wie wir das verstehen. Wir selbst schulen im Rahmen von Urlaubswochen und fahren dazu mit Dir beispielsweise auf die Mecklenburgische Seenplatte oder nach Friesland, wo wir gutes Material, ein prima Segelrevier, stabilen Wind (und damit ist insbesondere die Windrichtung gemeint) und sehr kurze Anmarschwege zum Boot haben (selten länger als 3min...)
Motorboot fahren kann man auf dem Rhein ganz gut lernen, Yachtsegeln geht nur an der Küste. Segeln selbst lernt man auf kleinen Booten. Von Tagessegelkursen halten wir wenig: mach mit uns eine Woche Urlaub, es lohnt sich.
Muß ich mir eigentlich Segelklamotten kaufen?
Wenn Du jetzt einsteigst leih Dir Material. Dazu geben wir Dir Tips im Unterricht. Bevor Du in Segelbekleidung investierst schau erstmal, ob Dir der Sport überhaupt Spaß macht. Abgesehen von Segelhandschuhen und ordentlichen Bootsstiefeln reicht eine geliehene wasserdichte Segelhose und eine wetterfeste Jacke mit Kapuze, z.B. vom Motorradfahren oder Skilaufen. Es wird nicht nur Wasser von oben kommen, sondern je nach Wind auch ins Boot schwappen. Und nass, kalt und krank zu werden verleidet einem jeden Sport. Warme Unterziehsachen hast du bestimmt noch im Schrank, ebenso eine alte Jeans, die auch mal dreckig werden darf, im Sommer Sonnenschutz und ganz einfache Segeltuchschuhe (mit heller Sohle!!). Es geht in erster Linie nicht darum, modisch schick, sondern zweckmäßig bekleidet zu sein.
Erst wenn Dir das, was wir da machen, wirklich Spaß macht, solltest Du in atmungsaktive und strapazierfähige wetterfeste Segelbekleidung investieren. Das ist zwar nicht ganz billig (und wir erklären Dir gern, warum Du die Finger von Material einschlägiger Discounter lassen solltest), aber hält auch lange und läßt sich auch sonst bei miesem Wetter vortrefflich verwenden. Lass Dich nicht von einer zerschlissenen Latzhose täuschen - manchmal steckt da einer drin, der weiß, warum er sie beim Segeln trägt (und der zuhause auch eine vorzeigbare hat...)
Drehen Tiefdruckgebiete auf der Südhalbkugel auch gegen den Uhrzeigersinn wie bei uns?
Und ziehen die da auch eher gen Osten oder nach Westen?
Gute Frage. Aber wie heisst es so schön: gebt dem Hungrigen keinen Fisch, sondern besser eine Angel. Also schaut selbst, erst den aktuellen Strömungsfilm rund um die Antarktis: Wind weht wie bei uns auch aus dem Hochdruckgebiet tendentiell raus und in Tiefdruckgebiete rein - na, wie siehts aus?? Und jetzt gucken wir uns die aktuelle Druckverteilung auf dem Südatlantik an. Bliebe noch die Zugrichtung zu klären, dazu begucken wir die aktuelle Weltwetter-Animation, einen erklärenden Artikel hat der Spiegel ins Netz gestellt.
Na? Frage beantwortet??
Segelbrevier & Seglerquiz
In einer Woche kann man Segler soweit backen, daß sie eine Sportbootführerscheinprüfung bestehen können, aber es gibt noch soviel zu lernen, zu zeigen, auszuprobieren. Und deswegen haben wir quasi einen Aufbaulehrgang konzipiert: wir vertiefen das gelernte und probieren aus was man mit einem Segelboot noch so anstellen kann, und das ist eine Menge! Am Schluß erhält jeder Teilnehmer unser kleines Segelbrevier; da haben wir zusammen gestellt was uns wichtig war; von A wie Abschleppen unter Segeln bis Z wie Zeisigknoten. Immer mal wieder nachlesen, kurz und knapp gehalten, ein komprimierter Lehrgang auf Papier. Wie gesagt: gibts im Kurs.
Und dann haben wir ein kurzweiliges Kreuzworträtsel zusammen gestellt; das gibts bei unserer kleinen Spaßregatta: wer die gesuchten Begriffe findet kann seine Segelergebnisse deutlich verbessern. Es soll Leute gegeben haben, die so aufs Treppchen gerückt sind...
Wie findet man eigentlich eine gute Segelschule??
Oha, was für eine Frage, also gut: ein paar Gedanken dazu.
Jedenfalls nicht über den Preis. Manche Volkshochschulen bieten günstige Theoriekurse an, die Referenten machen das dort weil sie Spaß dran haben - abgesehen von den Fahrtkosten gibts da eher spärliche Entlohnung, aber oft 10 oder sogar 12 Abende pro Schein, also ne Menge guter Unterstützung. Und meist sehr motivierte Lehrer. Allerdings kann man dort im Regelfall keine Praxis machen, welche VHS hat schon eigene Boote?
Billigangebote von kommerziellen Unternehmen sollte man sich genau ansehen: meist ist da ein Haken dran: entweder versteckte Kosten oder wenig Zeit - natürlich kann man an zwei Vormittagen etwas schulen - und der Rest? "Den müßt ihr eh selbst lernen, das erklärt sich aus Frage&Antwort von selbst..." Na toll, sooo kann man das natürlich auch machen. Aber dann fragt sich, warum man überhaupt einen Kurs besucht: Die Prüfungsfragen stehen im Netz bzw. sind hinten im Lehrbuch drin. Nein, nicht unser Ansatz.
Je teurer desto besser? Nunja, mit Geld kann man ne Menge machen, z.B. kleinere Schulungsgruppen, individuelle Betreuung, Mon Cherie auf dem Kopfkissen. Wenn man schon Zeit und Mühe aufwendet, dann sollte man sich möglichst wenig ärgern müssen. Aber auch teure Kurse bieten unserer Erfahrung nach keine Qualitätsgarantie, leider.
Die Durchfallquote vielleicht? Ich kenne eine Schule mit gewerkschaftlichen Arbeitszeiten (wohlgemerkt: eine echte Ausnahme!). Bei viel oder kaum Wind tagsüber heissts dort: Tja, Pech gehabt. Wenns abends dann beste Bedingungen gibt: Feierabend. Und wenn man dann am Prüfungstag durchgefallen ist hat man einen guten Kunden, der einfach nochmal kommt - na toll... Aber das ist wirklich eine Ausnahme; alle Schulen, die ich mir angeguckt habe, bemühen sich um gute Ergebnisse. Es fallen immer mal wieder einzelne Prüflinge durch, das ist ja auch gut so, deswegen ists eben eine Prüfung, aber daß die Quote signifikant für die Qualität der Schulung ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn man bei einer Viel-Wind-Prüfung durchfällt ist das ärgerlich, aber kein Grund zum Verzweifeln, das passiert. Der Schaden ist oft auf die Prüfungsgebühr beschränkt; der am Ego ist meist größer. Die Schulen bieten dafür eine kostengünstige Wiederholung mit Prüfung an, und bestandene Prüfungsteile muß man dann nicht nochmal machen.
Kann man sich denn am Logo orientieren? Es gibt vom DSV anerkannte Segelschulen, die Lehrer müssen da einige Lehrgänge besuchen; allein die Bezeichnung führen zu dürfen kostet die Schulen eine Menge Geld - ob dabei die Ausbildungsqualität gesteigert wird bezweifeln wir angesichts des ein oder anderen Erlebnisses, das wir mit den Kollegen erleben mussten. Schulung der Ausbilder muß sein, aber einen Schein zu haben bedeutet noch lange nicht, segeln zu können. Geschweige denn es gut beibringen zu können. Ich kenne Skipper, die abgesehen vom (vorgeschriebenen) Sbf See keinen Schein haben, denen ich aber blind mein Leben anvertraue, weil sie wissen was sie tun, Erfahrung haben, an die Sache auf eine ganz bestimmte Art herangehen - und die versuchen wir, bei uns zu halten.
Das gilt auch für riesige Schulen. Die bemühen sich sicherlich ganz ehrlich, und bei bestimmten Lehrgängen sind sie wirklich gut, aber Insider berichten von Handbüchern, die man als Lehrer zuerstmal durcharbeiten muß. Da ist jeder Handgriff beschrieben: so und nicht anders... Damit ist die Ausbildung zwar standardisiert, aber was machen sie wenn der gewählte Hafen mal etwas anders ist als im Handbuch beschrieben, der Wind nicht wie üblich von Westen, sondern von Osten kommt?
Ein Crash-Kurs, Segeln lernen an drei Tagen, 300sm in einer Woche, das ist doch bestimmt das Richtige, oder? Naja, wers mag. Ich kann Autofahren auch in drei Stunden erklären, aber ob man dann Autofahren kann? Rückwärts einparken? 150km/h auf der Autobahn? In drei Tagen kann man lehren was in 3 Tagen eben machbar ist - den Rest muß man sich selbst aneignen. Oder erfahren. Wir machen eine einwöchige Praxisschulung mit Prüfung, keine Tageskurse. Und wir haben mal zusammen gestellt was man sonst noch so alles können sollte um sich halbwegs sicher auf dem Wasser bewegen zu können - dabei ist noch einmal eine ganze Woche rausgekommen, vollgestopft mit Praxis. Das ist zwar auch ein Crashkurs, aber eben nicht auf möglichst kurze Zeit getrimmt. Und es gibt gute Gründe, weswegen man 300 Seemeilen Praxiserfahrung nachweisen muß bevor man zur SKS-Praxisprüfung zugelassen wird - die sammelt man nicht in einer Woche. Wer soetwas verspricht, will Umsatz machen - das ist bestimmt nicht Sinn dieser Regel. Und nicht unser Ansatz.
Der beste Tip ist der von Freunden, Arbeitskollegen, Nachbarn: Mundpropaganda eben. Da wo es anderen gefallen hat, hat man eine gute Chance, selber Spaß an der Sache vermittelt zu bekommen. Wenn man sich einwenig umhört, hört man auch mal von üblen Törns, bei denen meist das Menschliche das Problem war, das kann überall passieren. Die Mitsegler kann man sich meist nicht aussuchen, es sei denn man macht gleich mit dem eigenen Freundeskreis den Schein. Aber manchmal kommen die Leute auch absolut glücklich von einem Törn zurück; dann sollte man sich den Kontakt zum Skipper aufschreiben: Was einmal gut war ist oft auch nochmal gut. Und ein bißchen davon im Freundeskreis erzählen - manche brauchen nur einen Anstubser...
Und was macht man, wenn man keine Freunde hat, die empfehlen können?
Dann fährt man mal hin, schaut sich an, wie man empfangen wird, sind die Leute freundlich, aufgeschlossen, interessiert? Oder nur auf Umsatz aus? Wie sieht das Boot aus, auf dem man geschult wird, eine alte Schachtel oder etwas Zutrauen-erweckendes? Sieht das Segelmaterial vertrauenswürdig aus oder ist es seit Jahren geflickt, zerfasert, wackelig? Wie die Segellehrer angezogen sind ist unwichtig! Und auch wieviele Scheine sie haben. Gibts nur einen Segellehrer, der mehrere Boote vom Schlauchboot aus per Megaphon dirigiert, oder ist auf jedem Boot ein Skipper? Erfolgt die Schulung mit Geschrei oder mit der notwendigen Gelassenheit und Umsicht? Sehen die Segelschüler eher unglücklich und genervt aus oder total angefixt und hundemüde-glücklich wenn sie vom Boot kommen? Wie ist das Segelrevier, eher klein, abgeschattet? Muß man nach ein paar 100m schon wieder umdrehen weil "die Pfütze" zuende ist? Decken Bäume, Hügel, Staumauern die Wasserfläche ab oder gibts stabilen Wind (und damit ist in erster Linie die Windrichtung gemeint)?
Oder man macht es sich einfach:
man fragt die Leute, die sich ein paar Gedanken über gute Segelschulen gemacht haben...
Kann man eigentlich im Ausland seinen Schein machen??
Man kann im Ausland einen ausländischen Führerschein machen. Der gilt aber nur dort, d.h. er wird weder in Deutschland anerkannt (!!) noch besteht die Möglichkeit, ihn in einen deutschen Schein umschreiben zu lassen. Damit will man verhindern, daß man sich einfach ein Land aussucht, in dem der Erwerb besonders einfach ist (es soll ja solche Länder geben...).
Ausnahme: Wenn man nachweisen kann, daß man zum Zeitpunkt des Erwerbs des ausländischen Führerscheins seinen Wohnsitz eben dort hatte.
Deswegen können ausländische Mitbürger auch bei uns Führerscheine machen und im Heimatland umschreiben lassen, wenn sie zum Zeitpunkt der Prüfung ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Sind sie "nur" Gast, geht das nicht, der Schein gilt dann eben nur hier.
An ganz bestimmten Orten im Ausland kann man tatsächlich die deutsche Binnen-Prüfung ablegen, und zwar in Portoferraio auf Elba und in Malcesine am Gardasee, sowie auf Mallorca in Palma und Pollensa sowie in Puerto Mogan auf Gran Canaria.
Den SKS lassen wir außer in den gerade genannten Orten auf unseren Mittelmeertörns im griechischen Lefkas (Westküste) und in Kalamaki (Südküste von Kreta), in der Türkei in Marmaris, in Slowenien in Protoroz (gleich an der Grenze zu Kroatien, nicht weit von Triest) und bei Toulon (Frankreisch!) prüfen.
Einige deutsche Segelschulen (wir z.B.) organisieren zudem Binnen- und SKS-Prüfungen in den Niederlanden.
Wir raten, die theoretischen Prüfungen bereits in Deutschland abzulegen, damit man sich im Urlaub ganz auf die Segelei konzentrieren kann. Zwischen den Prüfungsteilen darf beim Binnen max. 1 Jahr vergehen, beim SKS sinds 2 Jahre.
Welche Führerscheine brauche ich in den Niederlanden, Kroatien, Italien, Spanien?
Jedes Land kann für seine Gewässer beliebig Führerscheine vorschreiben, die Regelungen sind also unterschiedlich. Allerdings werden die deutschen Führerscheine als den einheimischen gleichwertig anerkannt.
Der ADAC hat freundlicherweise für viele Reiseländer die lokalen Regelungen zusammen getragen (werden im Frühjahr aktualisiert und sind dann offline), guckst Du also hier (Land auswählen und am Ende der sich öffnenden Seite Revierinfo anklicken).
Womit sollte man anfangen?
Das hängt davon ab was man will. Wer nur Motorboot fahren will, fängt sinnigerweise mit dem Sbf See an, denn die Motorbootpraxis des Sbf See wird auf die Motorbootpraxis des Sbf Binnen anerkannt, spart also weitere Fahrstunden, Praxis-Prüfung und somit Geld (umgekehrt geht das leider nicht).
Wer nur auf Jollen segeln will braucht eigentlich gar keinen Schein, sondern Kenntnisse, also einen Praxiskurs. Segeln lernt man auf kleinen Booten, bei SKS-Törn haben wir nicht die Zeit, Dir die Grundlagen des Segelns beizubringen ("Wo liegt eigentlich dieses 'Backbord'??"), deshalb: Wenn Du letztlich mit Yachten als Skipper aufs Wasser ziehen willst: fang mit einem Sbf Binnen-Kurs in der Variante 'Motor&Segeln' an, da zeigen wir Dir wies richtig geht.
Macht es denn Sinn, den Sbf Binnen und Sbf See gleichzeitig zu machen?
Der Sbf See befasst sich mit den Regeln an der Küste und hat mit Segeln nichts zu tun. Der Sbf Binnen befasst sich mit den Regeln im Binnenland und hat zunächstmal mit Segeln auch nichts zu tun. Für beide Scheine muß man Motorbootfahren (Fahrstunden, Prüfung), dabei wird nur eine Sbf-See-Praxisprüfung auf die Sbf-Binnen-Praxisprüfung angerechnet, spart also Fahrstunden und Prüfungsgebühren; umgekehrt geht das nicht. Segeln ist freiwillig beim Sbf Binnen, und wer einen Segelkurs bei uns macht, kriegt die Motorbootpraxis für den Sbf Binnen quasi kostenlos dazu.
Aber zurück zur Frage: An der Küste gelten etwas andere Regeln als im Binnenland, und wenn man die in der Prüfung durcheinander wirft, besteht Durchfallgefahr. Außerdem tut man sich nochmal knapp 300 Fragen plus Navigation zu den Binnen-Fragen an, also durchaus der doppelte Lernaufwand in gleicher Zeit: Wenn Ihr mich fragt: meine Sache wär das nicht...
Wenn überhaupt macht meiner Meinung nach nur die Sbf-See/SKS-Kombi Sinn, denn der SKS baut auf dem Sbf See auf. Aber wie oben schon geschrieben: Wer SKS machen will, sollte den Sbf Binnen Motor&Segeln haben. Und genau deswegen damit anfangen.
Meine Arbeitskollegen und ich wollen segeln lernen, können wir das bei uns realisieren?
Rund um Aachen und Köln können wir so einiges realisieren. Z.B.Theoriekurse am Wochenende als Kompaktkurs. Wir brauchen lediglich einen einfachen Raum, Beamer wär prima, ist aber nicht unbedingt notwendig. Schick uns einfach eine mail, dann gucken wir mal was sich so einrichten läßt.
Wann gibts eigentlich Prüfungen?
Und was muß ich dafür vorbereiten?
Als erstes (und leider oft eher langfristig vorzubereiten): Für den Binnen und den See mußt Du ein Gesundheitsattest vorlegen, stellt Dir jeder Augenarzt aus; dafür will er meist etwas Geld von Dir, also vorher fragen wieviel. Leider haben die meisten Ärzte eine lange Wartezeit für Kassenpatienten, also frühzeitig Termin bestellen!
Für den SKS braucht man das interessanterweise nicht, dafür braucht man einen Sbf See und 300sm nachgewiesene Mitsegelerfahrung. Das Attest ist ein Jahr gültig, alternativ kann man auch einen Sbf See oder Sbf Binnen vorlegen, wenn der zum Zeitpunkt der Prüfung nicht älter als eben 1 Jahr ist.
Zwei Wochen vor einem Prüfungstermin brauche ich die Prüfungsunterlagen komplett, dann melde ich Dich an, das sind:
Die Prüfungsgebühr leite ich direkt an den Prüfungsausschuß weiter. Zur Prüfung selbst bringst Du Deinen Personalausweis und Deinen KFZ-Führerschein im Original mit. Wenn Du angemeldet bist, aber nicht teilnehmen kannst (oder willst), wird leider ein Teil der Gebühren als Rücktrittsgebühr einbehalten.
Die Pyroscheine - welche, wofür, wie?
Eigentlich sind es zwei: den Fachkundenachweis (FKN) nach dem Sprengstoffrecht nennt man auch den "kleinen Pyroschein", der große ist der Sachkundenachweis (SKN) nach dem Waffengesetz. Wer eine Signalpistole erwerben will, muß zuverlässig sein, eine Waffenbesitzkarte und eben einen Sachkundenachweis vorweisen können. Für Wassersportler, insbesondere Charterskipper, reicht im Regelfall der kleine Schein für Erwerb, Besitz und Benutzung der handelsüblichen Fallschirmraketen und Rauchfackeln. Die sogenannten Signalgeber (z.B. Seewasserfärber) benötigen gar keinen Schein.
Ab 2015 wird es auf EU-Ebene eine Neuregelung geben, dann werden Seenotsignalmittel von der FKN-Pflicht befreit, sehr sinnig. Die Wasserschutzpolizei in Deutschland hat angekündigt, sich bereits in dieser Saison bei Kontrollen zurückzuhalten. Allerdings benötigen Charterskipper in Deutschland jetzt ein Papier, das eine intensive Einweisung in den Gebrauch und die Sicherung dieser "gefährlichen" Dinge bestätigt, man darf gespannt sein, wie das in der Praxis aussieht.
Anders als beim Funkschein brauchte nur ein Pyroscheinbesitzer an Bord zu sein; das mußte nicht unbedingt der Skipper sein. Vercharterer waren angewiesen, das Vorhandensein eines entsprechenden Papiers zu überprüfen; in der Regel wurde bei frühzeitiger Anreise eine FKN-Einweisung mit anschließender Prüfung durchgeführt, die Fragen mußte man zuhause lernen. Notwendig war der Schein, da nach der Seesportbootverordnung Charterschiffe mit je vier roten Fallschirmsignalen, vier roten Handfackeln und zwei orangen Rauchsignalen ausgestattet sein müssen, und die durfte man eben nicht mitführen ohne FKN.
Wenn auf Charterbooten eine Signalpistole vorhanden ist, muß die Waffenbesitzkarte an Bord sein; interessanterweise reicht fürs Mitführen ein FKN, nur für den Erwerb braucht man einen SKN. Da der FKN Teil des SKN ist, gilt der große Schein auch für Notraketen.
Unterzugehen ohne rote Raketen zu schiessen weil kein entsprechender Schein vorhanden ist, ist natürlich Unsinn: Not kennt kein Gebot! Im Notfall ist alles erlaubt, was der Sicherheit dient, sogar per Funk um Hilfe zu rufen, auch wenn der Schein fehlt, und das gilt natürlich auch für die Notsignalmittel. Allerdings erleben die zuständigen Stellen immer wieder, daß beispielsweise per Funk ein Notfall nicht aufgehoben wird, wenn das Boot bereits eingeschleppt wurde. Weil die Regeln des Funkverkehrs nicht bekannt sind, suchen die Rettungsmannschaften oft noch vergeblich während die Geretteten längst im Hafen sind. Oder daß eine aufwendige Rettungsaktion eingeleitet wird, weil eine Leine in der Schraube per Mayday gemeldet wurde. Es macht also Sinn, einen Kurs besucht und eine entsprechende Prüfung abgelegt zu haben.
Aber zurück zu den Pyroscheinen: Für den FKN reicht ein Mindestalter von 16, für den SKN muß man 18 Jahre alt sein, für beide Scheine muß ein Sbf Binnen oder Sbf See vorgelegt werden. Beide Prüfungen bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, für den FKN muß man 15 von 60 Fragen beantworten, für den großen Schein 30 von 104 - da lohnt es sich eigentlich, gleich den großen Schein zu machen. Für den FKN muß man Signalraketen und Rauchtopf zünden können, beim großen Schein muß man den Gebrauch der Signalpistole vorführen, also alles sehr sehr übersichtlich.
Die Prüfung kostet ca. 20 Euro, kann so oft wiederholt werden wie die Bordkasse noch Inhalt hat und die Fragen müssen sowieso gelernt werden, da reicht intensives Selbststudium an einem Wochenende oder als Abendlektüre. Die Fragen haben wir wieder als Skript, als Fragebogen und als Frage&Antwort-Programm sowie als Lernkarteikarten aufbereitet - also leichter können wir es Euch wirklich nicht machen!
In den meisten Ländern gilt die Regel, daß man die Scheine haben muß, die auch im Heimatland benötigt werden; hier lohnt es sich also, den Revierführer des ADAC zu konsultieren, wie die genauen Regeln im Urlaubsland sind.
Oft werden wir von Bootseignern gefragt, womit sie ihr Fahrzeug denn nun ausrüsten sollen. Schwierig zu beantworten. Die Munition der Pistole steigt höher und brennt länger als Rettungsraketen, sie ist also länger und weiter sichtbar. Zudem kann man die Pistole nach dem Laden auch mit einer Hand bedienen. Allerdings sind diese Waffen in einem mit dem Schiff verbundenen Tresor der Sicherheitskategorie B zu lagern um Mißbrauch auszuschließen. Signalraketen sind dagegen leichter aufzubewahren, billiger und erfordern weniger Kraft.
Deutsche Vercharterer durften ohne Pyroschein bislang keine Boote herausgeben; Eigner, die ohne Schein mit Signalraketen an Bord erwischt wurden, begingen eine Ordnungswidrigkeit und mußten mit einem Bußgeld rechnen, wer eine Signalpistole ohne SKN dabei hat, macht sich sogar strafbar.
Also: macht einen Pyroschein, dann kann Euch die Neuregelung egal sein, der Aufwand ist sehr überschaubar und mit unserem Theoriematerial sind die Fragen leicht erlernbar. Wir bieten für alle, die die Raketen mal live in der Hand halten wollen, einen entsprechenden Workshop an, aber ich bin Dir auch nicht böse, wenn Du die Theorie alleine büffelst - hab ich ja auch so gemacht...
Die perfekte Bordfrau
- ein ganz und gar ungewöhnlicher Kurs
"Die Frau des Skippers (liebevoll 'Olsch' genannt) gehört im Allgemeinen einem von vier Typen an..."
So beginnt das Buch "Die perfekte Bordfrau" aus dem Jahr 1972. Bis heute beobachten wir immer wieder, daß auf vielen Booten ER steuert und SIE die Kartoffeln schält. Die Versicherungen nennen diese Kombination eine "Hochrisiko-Gruppe", denn die Unfälle häufen sich bei denen ER über Bord fällt und SIE dann aufgeschmissen ist. Und damit beide. Grund genug, daß wir daran etwas ändern. Wir vermitteln in unserem Kurs praktische Grundkenntnisse, ganz ohne Prüfungsdruck und -ganz wichtig- ohne IHN (wobei Männer gern mitmachen dürfen sofern sie ansonsten die typischen "Beifahrer" sind).
Was haben wir uns vorgenommen? Wir lernen anhand praktischer Beispiele mit der Seekarte umzugehen. Wir erklären die wichtigsten Vorfahrtsregeln und Schallsignale. Wir stellen eine Proviantliste zusammen, die nicht viele Wünsche offen lässt (da spekulieren wir natürlich auch auf Eure Erfahrungen). Wir segeln theoretisch (und später auf Wunsch auch praktisch) mal ohne IHN, von der Buchung des richtigen Schiffs bis zum Anlegen in diesem und jenem Hafen. Wir gehen mit dem Funkgerät um. Wir gucken uns Gefahrensituationen auf See einmal näher an. Wir klären alle Fragen, die ihr so mitbringt. Und vor allem: wir erzählen viel von unseren Erlebnissen.
Das ganze ist eine lustige, ziemlich entspannte und vor allem recht lehrreiche Veranstaltung, getreu unserem Motto: erst die Sicherheit, dann der Spaß (und diesmal: ohne Schein. Wie ungewöhnlich...)
Ist das was für Dich? Dann mach mit. Wir haben uns dafür erstmal zwei Nachmittage vorgenommen, sind aber flexibel. Auch das Programm ist nicht "in Beton gegossen", sondern soll sich an Euren Wünschen orientieren. Und bei diesem Kurs ist ganz Besonders Eure Mitwirkung gefragt, von den praktikabelsten Bordrezepten bis hin zu interessanten Geschichten, die Ihr an Bord bereits erlebt habt. Und natürlich gucken wir auch mal in "Die perfekte Bordfrau", einfach spasseshalber...
Also los: Machste mit??
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Termine 2022
- Funkkurs SRC&Ubi
ONLINE Di 20h 6x ab 23.2.2021
Segelkurs 2022
eine Woche Urlaub!15.-22.4.2022, 490€
3.-10.6.2022, 550€
15.-22.7.2022, 570€
30.9.-7.10.2022, 490€
Bilder Segelschulung















